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11.10.2008, 11:00-16:00 Uhr:
Rechte Schläger als Kinderschützer? Neonaziaufmarsch in Wetzlar verhindern!

Für den 11. Oktober haben Neonazis eine Demonstration in Wetzlar geplant. Unter dem scheinbar unverdächtigen Motto "Es passiert auch vor deiner Tür [...]" haben sie vor, durch die mittelhessische Stadt zu marschieren.

Der Plan besteht darin, auch außerhalb des rechten Spektrums Gehör zu finden. In populistischer Manier werden dafür Themen und Ängste in der Bevölkerung angesprochen, um Akzeptanz für rechtsextreme Ideologien herzustellen. Die Mobilisierung für die Demo spricht allerdings eine deutliche Sprache:
Beworben wird sie unter anderem auf dem extrem rechten Medienportal "Volksfront Medien" sowie auf anderen Videoportalen. Es gehört zur Strategie der extremen Rechten, Themen, die einen großen Zuspruch in der Bevölkerung erfahren, zu besetzen. In einem solchen Kontext muss auch die Thematik der Demonstration in Wetzlar bewertet werden.

Populistische Strategie
Die Themenwahl der Neonazis wurde so getroffen, dass das Erkennen eines rechtsextremen Hintergrundes schwierig ist- vermutlich zusätzlich von der Hoffnung getragen, als Rechtsextreme in der Öffentlichkeit nicht erkannt zu werden.

Schläger als Kinderschützer?
In dem Zusammenhang kann auf den Vorfall in der Nähe von Treysa verwiesen werde: Dort wurde ein Jugendcamp der Gruppe "Linksjugend/Solid" von Neonazis überfallen. Dabei wurde ein dreizehnjähriges Mädchen so schwer am Kopf verletzt, dass es auf der Intensivstation behandelt werden musste. Haupttäter und derzeit in Untersuchungshaft, ist oben genannter Kevin Schnippkoweit. Die Absurdität, dass sich Neonazis einerseits als "Beschützer der Kinder" aufschwingen, aber andererseits mit ihrer Ideologie Taten wie die in Treysa legitimieren, braucht wohl nicht weiter ausgeführt werden.

Worum geht es?
Bei dem Protest gegen diese Demonstration geht es keinesfalls darum, die Problematik von (sexuellem) Kindesmissbrauch herunter zu spielen. Aus diesem Grund ist vieles am 11.10., sowie in der Informations- und Öffentlichkeitsarbeit im Vorfeld notwendig.

Am Tag selbst dürfen die Neonazis nicht unwidersprochen ihrer Position im öffentlichen Raum darstellen oder - im schlimmsten Falle - gesellschaftlich etablieren können. Aufgrund ihrer menschenverachtenden Ideologie müssen Neonazis prinzipiell von gesellschaftlichen Diskursen ausgeschlossen werden.

Antifaschistische Kundgebung gegen den Naziaufmarsch am Samstag, den 11. 10. 08 um 11:00 Uhr auf der Bahnhofstraße vor dem Herkulescenter

 

Ort: Bahnhofstraße vor dem Herkulescenter in Wetzlar

Kontakt:
Bündnis gegen Nazis Wetzlar
V.i.S.d.P.: DGB Kreis Wetzlar,

Weitere Informationen: